Stadtgespräche

Stadtgespräche

Dreißigjähriger Krieg, Westfälischer Friede und »'68«

Die neue Reihe der Stadtgespräche (2017/2018) des Museums- und Kunstvereins in Zusammenarbeit mit dem Museumsquartier Osnabrück widmet sich als Schwerpunktthema der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Dieser begann vor 400 und endete vor 370 Jahren mit dem Westfälischen Frieden. Zudem wird an das »Epochenjahr '68« vor 50 Jahren erinnert und nach aktuellen Formen der Vermittlung von Geschichte in Museen gefragt.

 

 

STADTGESPRÄCH – Thorsten Heese
Mittwoch, 17. Januar 2018, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum, Saal

»Könnt' ich sprechen, hätt' ich viel zu erzählen« – Story einer Monstranz

In der aktuellen stadtgeschichtlichen Ausstellung des Museums machen knapp 100 historische Objekte mit der Geschichte Osnabrücks im Zeitalter der Konfessionalisierung vertraut. Eines dieser wertvollen Relikte könnte die 150 jährige Konfessionsgeschichte ganz alleine erzählen. Folgen Sie seiner historischen Spur – vom ausgehenden Mittelalter über die Reformation bis zum Westfälischen Frieden!

Gotische Turmmonstranz aus der Katharinenkirche (Ende 15. Jahrhundert)
© Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück, L 153-2

STADTGESPRÄCH – Hermann Queckenstedt
Mittwoch, 21. Februar 2018, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum, Saal

Heilige Helfer für Osnabrück. Wie Bischof Wartenberg katholische Identität zu stiften versuchte

Franz Wilhelm von Wartenberg gehört gemeinsam mit Eitel Friedrich von Hohenzollern zu den beiden Osnabrücker Bischöfen, die während des Dreißigjährigen Krieges im Geiste der Beschlüsse des Konzils von Trient in Osnabrück die Rekatholisierung vorantrieben. Die konkreten Maßnahmen wie Kirchenvisitationen, die Vertreibung evangelischer Prediger oder die Gründung einer katholischen Universität begleiteten programmatische »Helfer«, um die Reformideen für die Bevölkerung »anschlussfähig« zu machen.

Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg. Kupferstich von Lukas Kilian (1631)
© Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück, A 2651 m

STADTGESPRÄCH – Constanze Itzel
Mittwoch, 14. März 2018, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum, Saal

Zwischen Krieg und Frieden – Der Westfälische Friede und die europäische Verhandlungspraxis

Das 2017 eröffnete Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel zeigt derzeit in seiner Eröffnungsausstellung auch eine Leihgabe aus dem Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück. Es handelt sich um eine Montage aus Kalenderblättern, die zusammen eine Art Miniaturgalerie der Gesandten des Westfälischen Friedens von 1648 bilden. Sie stehen für den Erfolg langwieriger diplomatischer Verhandlungen am Ende des Dreißigjährigen Krieges. Die Referentin – Kuratorin am Haus der Europäischen Geschichte – erläutert, welche Rolle das Exponat in der Ausstellung übernimmt und was es über die Praxis multilateraler Verhandlungen in Europa aussagt.

Gesandte des Westfälischen Friedenskongresses. Kupferstich v. M. Borrekens (um 1648)
© Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück, A 5197

STADTGESPRÄCH – Heinrich Schepers
Mittwoch, 16. Mai 2018, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum, Saal

Residenzbildung in Osnabrück nach dem Westfälischen Frieden

Die im Vertragswerk des Westfälischen Friedens 1648 für das Fürstbistum Osnabrück bestimmte alternative Sukzession, nach der sich katholische Fürstbischöfe und protestantische Mitglieder aus dem Haus Brauschweig-Lüneburg in der Herrschaftsfolge des Hochstiftes abwechseln sollten, ermöglichte dem aus dem Welfenhaus stammenden Ernst August I. die Regierungsübernahme im Hochstift. Der ehrgeizige protestantische Fürstbischof initiierte den Bau einer Residenz im Osnabrücker Stadtgebiet und unterstrich damit seine weitreichenden machtpolitischen Ambitionen. Der Residenzbau visualisierte auch in den folgenden Jahren bis zur Säkularisierung des Hochstiftes 1802 die Herrschaft von katholischen und protestantischen Fürstbischöfen, die das Schloss gleichermaßen nutzten.

Das Osnabrücker Residenzschloss. Guckkastenbild (Augsburg, 18. Jahrhundert)
© Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück, E 2230

STADTGESPRÄCH – Reiner Wolf
Mittwoch, 13. Juni 2018, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum, Saal

Die anderen »68er« – Generationenkonflikte innerhalb der Osnabrücker CDU?

Das »Epochenjahr '68« gilt allgemein als Aufbruch politisch links orientierter Jugendlicher. Doch funktioniert die Logik eines Links-Rechts-Schemas nur bedingt. Das, was mit dem Etikett »68« versehen werden kann, reicht von der antiautoritären Fraktion innerhalb des SDS bis zu einem alle Lebensbereiche erfassenden Wandel der Gesellschaft. Der Referent analysiert, inwieweit es sich bei den radikal-linken Aufbrüchen Ende der 1960er Jahre um politische Begleiterscheinungen eines tiefer greifenden sozialen wie kulturellen Wandels handelt. Ein umfassender gesellschaftlicher Umbruch müsste auch jenseits der einschlägigen Kreise und abseits der prominenten Metropolen Wirkung entfaltet haben. Dazu sollen Entwicklungen innerhalb der Osnabrücker CDU näher betrachtet werden.

Anti-Vietnam-Demonstration 1968 in Osnabrück
© Neue Osnabrücker Zeitung, 6. Februar 1968

 

 

bereits vergangen

STADTGESPRÄCH – Holger Böning/Martin Siemsen
Mittwoch, 29. November 2017, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum, Saal

Zur Lektüre empfohlen –
Neuerscheinungen zu Justus Möser

In Zusammenarbeit mit der Justus-Möser-Gesellschaft
Sowohl Holger Böning, der 2016 den Festvortrag zum Geburtstag Mösers im Friedenssaal hielt, als auch Martin Siemsen haben in diesem Jahr zu Justus Möser Bücher veröffentlicht: »Justus Möser – Anwalt praktischer Vernunft. Der Aufklärer, Publizist und Intelligenzblattherausgeber« lautet der Titel von Böning – etwas lakonischer kommt Siemsens »Justus Möser Lesebuch« daher. Verfasser und Herausgeber präsentieren ihre Bände und stellen sich den Fragen einer interessierten Öffentlichkeit.

Justus Möser. Porträt von Ernst August Howindt (1774)
© Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück, 6489