Aktuell – Fortsetzung des Flüchtlingsprojekts

Fortsetzung des Flüchtlingsprojekts

Kontinuierlich seit April 2015 wird der Kunstworkshop des MuK im Flüchtlingshaus am Natruper Holz durchgeführt. Unser Mal- und Bastel-Angebot für Kinder ist eine mit Freuden angenommene Abwechslung im Alltag der Kinder. Mit diesem Kreativworkshop möchten wir den durch Krieg und Flucht traumatisierten Kindern Freude vermitteln und ihnen einen Moment individuellen Erlebens ermöglichen. In entspannter und kreativer Atmosphäre können sie neue Kraft schöpfen.

Der Kunstpädagoge Ahmed Al-Kenani hatte die Idee zu diesem innovativen Projekt, das unser Verein im April 2015 initiierte und mit großzügiger Unterstützung der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur umsetzen konnte. Von Anfang an leitet Herr Al-Kenani den einmal wöchentlich stattfindenden Workshop.

Die Teilnehmerzahl der Kinder im Kunstworkshop ging zwischenzeitlich durch das Flüchtlingsabkommen 2016 mit der Türkei deutlich zurück, nahm im Jahr 2017 aber wieder zu, sodass aktuell jede Woche zwischen 17 und 20 Kinder das Angebot annehmen.

Kunst verbindet

Im Flüchtlingshaus hat sich ein regelmäßiger und durchorganisierter Tagesablauf bewährt, geordnete Strukturen helfen Spannungen und Konflikte zu reduzieren. Die Flüchtlinge kommen aus unterschiedlichsten Beweggründen nach Deutschland und bringen ihre eigene Geschichte in das Miteinander vor Ort ein. Oft treffen Angehörige von Ethnien, Religionen und Nationen im Flüchtlingshaus aufeinander, die in ihren jeweiligen Herkunftsländern verfeindet sind. Spannungen unter den traumatisierten Menschen sind keine Seltenheit, Kinder und Jugendliche leiden besonders darunter.

Der Workshop ist mittlerweile fest in der Schul- und Freizeitplanung des Flüchtlingshauses integriert und etabliert. Eine im Haus fest angestellte Schulbetreuerin begleitet die Kinder immer montags um 14.00 Uhr aus dem Unterricht der im Flüchtlingshaus eingerichteten Schule zum Kunstprogramm. Dort assistiert sie dem Künstler und Kunstpädagogen Ahmed Al-Kenani bei der Durchführung des Workshops und begleitet die Kinder später wieder zurück.

Kunst gestalten als neue Erfahrung

Schon bald nach der Einrichtung des Angebots stellte sich heraus, dass für die meisten Kinder der Kunstworkshop der erste Kontakt mit Kunst bzw. Malen und Basteln ist. Viele, vor allem jüngere Teilnehmer haben tatsächlich in ihrer Vergangenheit nur Krieg und Zerstörung, Angst, Flucht und Panik erlebt. Das kreative Arbeiten in der Gruppe erweist sich, jenseits aller ethnischen Differenzen, als eine neue und positive Gemeinschaftserfahrung für die Kinder.

Es gibt Sprachbarrieren, die aber die Arbeit im Workshop nur marginal beeinträchtigen. Die Verständigung ist manchmal auf Arabisch, nur teilweise auf Englisch möglich. Achmed Al-Kenani spricht Arabisch, aber es kommen auch viele Kinder zum Beispiel aus Südosteuropa. Daher wird meistens über das kreative Arbeiten kommuniziert und gerne mit »Händen und Füßen« geredet.

Von Juni 2016 bis Juli 2017 wurde eine Ausstellung mit Werken der Kinder im obersten Stockwerk des Osnabrücker Rathauses gezeigt. Bilder der Kinder, Bastelarbeiten und Fotos wurden präsentiert. Auf Tafeln waren Texte der Workshop-Mitarbeiter zu lesen, die die Arbeit mit den Flüchtlingskindern beschreiben. Weitere Tafeln zitierten begeisterte Aussagen von Kindern aus dem Workshop.