Werkgespräche

Werkgespräche

Die neue Reihe der Stadt- und Werkgespräche (2017/2018) des Museums- und Kunstvereins in Zusammenarbeit mit dem Felix-Nussbaum-Haus / Kulturgeschichtliches Museum der Stadt Osnabrück beginnt im Herbst 2017.

In der vorherigen Reihe der »Werkgespräche« widmeten wir uns zwei Schwerpunktthemen: dem Exil-Künstler Fritz Ascher sowie dem Thema »Totentanz«. Darüber hinaus wurde die Rolle der Kunstgeschichte in der Gegenwart thematisiert.

 

 

bereits vergangen

WERKGESPRÄCH – Hans Peterse
Mittwoch, 7. Juni 2017, 16:30 Uhr, Felix-Nussbaum-Haus

Frans Masareels Zyklus »Danse Macabre«

Der belgische Künstler Frans Masereel (1889–1972) gehört zu den bedeutendsten Grafikern und Zeichnern des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Antikriegszeichnungen erlangte der pazifistische Künstler große Popularität.
»Danse Macabre« ist der Titel seines 1940 entstandenen Grafik-Zyklus, der im Zusammenhang mit anderen Werken Masereels zum Thema Krieg und Frieden präsentiert wird.

Druck aus der Grafikfolge »Danse Macabre« von Frans Masereel (1941), Memento mori. Sammlung Fritz Roth, Bergisch Gladbach
© VG Bild-Kunst, Bonn 2016

WERKGESPRÄCH – Hanjo Volke
Mittwoch, 10. Mai 2017, 16:30 Uhr, Felix-Nussbaum-Haus

Totentanz und Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg stellt in der Kunst eine Zäsur dar. Die traumatischen Erlebnisse dieser Periode beeinflussten die Werke vieler Kunstschaffender. Die Omnipräsenz des Todes im Krieg wird in der Nachkriegszeit in verschiedenen Formen thematisiert. In der Ausstellung »Danse Macabre« zeigt sich dies unter anderem in den Werken von Ernst Ludwig Kirchner, Otto Dix, Kurt Großpietsch und Erich Drechsler.


»Selbstporträt mit tanzendem Tod« von Ernst Ludwig Kirchner (Holzschnitt, 1918)
Städel Museum Frankfurt/Main, Grafische Sammlung
© Städel Museum Frankfurt/Main – U. Edelmann – Artothek

WERKGESPRÄCH – Kerstin Lübbers
Mittwoch, 5. April 2017, 16:30 Uhr, Felix-Nussbaum-Haus

Schwarzer Humor – wenn der Tod als Letzter lacht

Mit dem Tod sind viele Schreckensvorstellungen, Ängste und Fragen, aber auch Hoffnungen verbunden. Das Lebensende ist ein Thema, an dem niemand vorbeikommt. So wundert es nicht, dass auch in der Kunst der Tod durch die Jahrhunderte hinweg präsent bleibt. Und es wird deutlich, dass der Tod seine Zähne auch beim Lachen zeigt – vom Mittelalter bis zu Felix Nussbaum; und selbst Walt Disney lässt den Tod über die Leinwand tanzen.

»Tanz an der Mauer (Sargträger)« von Felix Nussbaum (Öl auf Leinwand, 1930), Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Leihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung
© Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück

WERKGESPRÄCH – Laura Oymanns
Mittwoch, 8. März 2017, 16:30 Uhr, Felix-Nussbaum-Haus

Felix Nussbaums »Triumph des Todes«

Das Gemälde »Triumph des Todes« ist das letzte bekannte Werk des Malers Felix Nussbaum (1904–1944). Die endzeitliche Kriegslandschaft, die die Vision des bevorstehenden Unheils ankündigt, veranschaulicht den unvermeidlichen Tod. Nussbaum greift in diesem epochalen Gemälde Elemente des mittelalterlichen Totentanzes auf. Es ist jedoch ein neu interpretierter, neuzeitlicher Danse Macabre; eine Vision des Untergangs aller Kulturen.

»Triumph des Todes (Die Gerippe spielen zum Tanz)« von Felix Nussbaum (Öl auf Leinwand, 1944), Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Leihgabe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung
© Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück

WERKGESPRÄCH – Julia Ortmeyer
Mittwoch, 22. Februar 2017, 16:30 Uhr, Felix-Nussbaum-Haus

Ernst Ludwig Kirchner:
»Der Totentanz der Mary Wigman«

Der Maler und Grafiker Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) besuchte 1926 die Ausdruckstänzerin Mary Wigman in Dresden und wohnte dort den Proben der Wigman-Tanzgruppe bei. In zahlreichen Skizzen und Grafiken hielt Kirchner die Begegnung mit der Künstlerin fest. Später entstand aus dieser Inspiration das Gemälde »Der Totentanz der Mary Wigman« – eines der Hauptwerke der Ausstellung »Danse Macabre«.

»Der Totentanz der Mary Wigman« von Ernst Ludwig Kirchner (Öl auf Leinwand, 1926/28), Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern
© Courtesy Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern

WERKGESPRÄCH – Ahmad Al-Kenani und Thorsten Heese
Mittwoch, 7. Dezember 2016, 16:30 Uhr, Sammlung Gustav Stüve

»... denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge«

Frei nach Schillers Antrittsvorlesung als Professor für Geschichte in Jena könnte man fragen: »Was heißt und zu welchem Ende studiert man Kunstgeschichte?« Ist das »Orchideenfach« nur »L’art pour l’art« oder kann man durch den Blick in die Geschichte der Kunst auch Fragen der Gegenwart beantworten? Ein Künstler und ein Kunsthistoriker unternehmen anhand von Hendrik Goltzius‘ (1558–1617) Kupferstich »Anbetung der Heiligen Drei Könige« den Versuch einer tagespolitischen Lesart.

»Anbetung der Heiligen Drei Könige« von Hendrik Goltzius (Ausschnitt, Kupferstich, um 1600)
© Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück

WERKGESPRÄCH – Julia Ortmeyer
Mittwoch, 9. November 2016, 16:30 Uhr, Oberlichtsaal KGM

Fritz Ascher – Landschaften des Expressionismus

Fritz Ascher (1893–1970), Künstler mit jüdischen Wurzeln, beginnt im Berlin der 1920er Jahre eine vielversprechende Karriere im Zeichen des aufstrebenden Expressionismus. Die Machtergreifung 1933 bringt diese Karriere ins Wanken. Ascher überlebt den Krieg jedoch in einem Versteck. Nach seiner Befreiung findet er in poetischen, expressiven Landschaftsbildern vom Berliner Grunewald Trost und Zuflucht.

»Untergehende Sonne« von Fritz Ascher (Öl auf Leinwand, ca. 1960)
© Bianca Stock, München